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Eine zukunftsfähige Stadtplanung stellt sich den politischen und ökologischen Herausforderungen dieses beginnenden Jahrhunderts. In einer nachhaltigen Stadtplanung wird der zukünftige Bewohner in einer stärkeren Beziehung zur Natur leben, er wird sich schneller bewegen können   zum Arbeitsplatz in einem nutzungsgemischten und dichten Umfeld, und er wird Kunst leben können und nicht nur besuchen.

Eine Stadtplanung erfordert das Einnehmen einer Haltung. Die Diskussionen verlaufen zwischen der Charta von Athen bis hin zum New Urbanism von Leon Krier. Erschreckend ist, dass der Städtebau international Gefahr läuft ein Spielball des neoliberalen Systems zu werden und seine humanistische Grundlage verliert, bei dem emotional, spirituell und materiell entwurzelte Menschen in maßstablosen Hochhäusern als Arbeitseinheiten gelagert werden.( siehe Hong Kong).

Und  überhaupt stellt sich die Frage, welche Gebäudehöhe wirklich dem Wesen des Menschen noch entspricht. Hochhäuser, die mit Menschenhand nicht mehr errichtet werden können, sondern nur mit viel Energie, die nur heute durch Ölvorkommen nutzbar ist, ist das menschlich? Leon Krier schlägt viergeschossige Gebäude vor, die man körperlich ohne Lift erschließen kann,  und städtebauliche Akzente mit höheren Geschosszahlen, alles nach dem menschlichen Maßstab und nicht nach Renditen von Kapitaleignern. Sicherlich ist so der Dichtebedarf einer Großstadt nicht erreichbar.

Nach einem ersten historischen Schritt der Stadtplanung mit geschlossenen, vollgebauten Blöcken und der modernistischen Alternative funktionalistischer, alleinstehender Architekturobjekte schlägt dieser Entwurf eine  Stadtstruktur vor, die den Bedürfnissen nach Intimität und Gemütlichkeit, nach Licht und flexibler Stadtgestalt und nach einem menschlichen Maßstab gerecht wird.

Die Faszination dieses neuen Stadtquartiers in Wien liegt in der einzigartigen Kulisse, die das Baufeld umgibt. Die Wienerwaldlanschaft im Norden, der Stephansdom, der grüne Prater und das Riesenrad, der Milleniumstower, das Messezentrum und die Uno-city.

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