Königsufer Dresden

Die Frauenkirche in Dresden als markantester Teil der Altstadtsilhouette von Dresden ist von ungeheurer Ausstrahlungskraft, denn diese Kirche wurde im Februar 1945 komplett zerbombt und von 1994 bis 2005 wieder aufgebaut.
Ein unglaublicher menschlicher Akt des Wiederstandes gegen das Zerstörerische. Die Geschichte der Frauenkirche lässt das Licht des utopisch idealistischen im Menschen kurz erleuchten.
Warum nicht diesen Gedanken noch mal in der Neusatdt auf der anderen Seite der Elbe vertiefen als Widerhall und Dialog mit der Frauenkirche .
Peter Sloterdijk geht von der These aus, dass der Mensch nach Rousseau nur mehr im künstlerischen Feld zulässt, sich von etwas dogmatischen berühren zu lassen ohne dass gleich antiautoritäre Ressentiments entstehen.
Ausstrahlung, Virilität , Autorität und Energie, das Kunstwerk zwingt sich nicht auf, es setzt sich aus, das gilt für die Frauenkirche ebenso wie für neuere mögliche zeitgemäße und emotionale Architekturen.

Städtebau

Wir sehen Städtebau als Transformation, weil es in der Transformation einen obligatorischen Dialog geben muss, man muss verstehen wo man ist und Freude am Leben haben.
Weiters wollen wir zeitgemäßes Wohnen in der Stadt möglich machen, ( Freiraum, Licht, Luft, smart Wohnen Vorbild Wien etc.) mit fragmentierten , offenen Stadtlandschaften anstatt parzellierte geschlossene Hofbebauungen.
Keine Randbebauungen, sondern Gebäude, die Felder im Stadtgrundriss aufnehmen, dann aber dialogisierende Gebäude entstehen lassen aus denen eine neue Stadtlandschaft entsteht, ein besonderes Quartier im menschlichen Maßstab, offen und stadtraumbildend zugleich

Der Bereich Königsufer und Neustädter Markt in Dresden bietet ein Spielfeld, Städtebau in einem sehr ausdrucksstarken Kontext zu praktizieren, auf dem sich zeitgemäßer Städtebau, Arbeiten, Wohnen, Kultur und Verkehr stimmig artikulieren können .
Vorgesehen ist zudem ein Museum moderner Kunst, dessen Eingangs- und Verwaltungsgebäude Rilkes Gedicht thematisiert, „Archaïscher Torso Apollos“.
Du musst dein Leben ändern ( Utopie, Peter Sloterdijk)

Archaïscher Torso Apollos

Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt,
darin die Augenäpfel reiften. Aber
sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber,
in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt,
sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug
der Brust dich blenden, und im leisen Drehen
der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen
zu jener Mitte, die die Zeugung trug.
Sonst stünde dieser Stein entsftellt und kurz
unter der Schultern durchsichtigem Sturz
und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle;
und bräche nicht aus allen seinen Rändern
aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle,
die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.

– Rilke