Do laafen d`Schoof iwwert de Schiefer

In einem kleinen Ort im Norden von Luxemburg besteht die Absicht, ein Gesundheitszentrum zu entwickeln. Das Raumprogramm wurde durch eine Machbarkeitsstudie erstellt. 22 flexible Wohnungen eventuell auch betreutes Wohnen, ein Gesundheitsbereich mit Aquacenter und Tiefgaragen.
Die Aufgabe besteht nun darin, die stimmige Architektur zu finden, dieser Entwurf will ein qualitativ hochwertiges Architekturprojekt entwickeln, was dem Bauherrn und die zukünftige Nutzer begeistert und Freude bereitet.

der ort

Das Dörfchen in Öslingen hat sich von einem kleinen Dorf zu einer Geschäftsstraße entwickelt, die dazu notwendigen Bauten werden nach wirtschaftlicher Notwendigkeit konzipiert ohne Rücksicht auf topografische oder architektonische Qualitäten.
In der Nachbargemeinde des Ortes, gibt es einen Kräutergarten, eine natürliche regional Apotheke sozusagen.
Die neuen Wohnsiedlungen und Häuser im Ort sind von schlechter architektonischer Qualität, ohne Identität und gestalterischem Anspruch. Daher ist es umso provokanter ein Zeichen zu setzten in der Region für zeitgemäße und authentische Architektur im ländlichen Raum. Im Öslingen, der Region des Ginsters und des Schieferbodens.

Identität und Spezifizität, Beobachtungen auf dem Grundstück

Ein besonderes Merkmal dieses Bauplatzes ist seine Topografie und ein phantastischer nach Süden abfallender Gegenhang, der je nach Jahreszeiten sein Gesicht ändert und als fast vertikale Filmleinwand der Jahreszeiten funktioniert.
Wenn es regnet ist dieser Hang mit sich im reinen, wird das Wetter besser erscheint immer eine Schafsherde die sich am Gegenhang ausbreitet und die man vom Hotel gut beobachten kann, eine kleine Sensation dieses Bauplatzes.
Im 19 ten Jahrhundert war die Schafszucht die Haupteinahmequelle der Menschen hier in der Region.
Sensationell ist am Gegenhang auch ein einsamer Baum, der durch seine nach Westen gebogene Form zeigt, von wo das meiste Sonnenlicht kommt.

Entwurf

Der Entwurf spielt mit all diesen Metaphern und schafft Identität und Verwurzelung am Ort.
Städtebaulich exakt gesetzt im Dialog mit dem bestehenden Hotel, ergibt sich ein abgetrepptes Gebäude im Dialog mit der Topografie.
Ein räumlich akzentuierter Eingangsdorfplatz als Treffpunkt vor dem Gebäude ist der Schachzug um dem Gebäude Richtung Nord ein wenig Höhe zu nehmen und einen stimmigen Dialog mit dem Hotel und dem Gelände zu erreichen.
Die Gebäudeauskragung schützt den Dorfplatz vor Witterung.

Der multifunktional konzipierte Bau macht auch betreutes Wohnen möglich, daher ist das Thema Bauen für ältere Menschen hier von besonderer Bedeutung. Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigung der Sinne brauchen eine Umgebung in der eine einfache Orientierung gegeben ist. Daher ist es wichtig, ein Gebäude zu entwickeln mit einer einfachen Struktur, damit sich ältere Menschen sehr gut orientieren können.
In seinem äußeren Erscheinungsbild spielt das Gebäude mit den regionalen Besonderheiten. In den oberen Geschossen mit den Wohnbereichen erinnern die Öffnungen der Terrassen und Loggien an die Schafsherde, die man vom Hotel aus beobachten kann, im unteren Bereich der Schiefer, der Boden des Öslings, das Schiefer Fitness und Aquacenter aus dem man ins Freie schwimmen kann. Die Topografie wird genutzt um dem Aqua- und Fitnessbereich höhere Räume zu ermöglichen.
Das abgetreppte Gebäude spiegelt die Topografie, auf dem Dach ergibt sich ein Kräutergarten für die Wohnungen.

Ganz einfach werden zwei Einzelbäume in das Gebäude gepflanzt, an denen die Stiegenhäuser im Dialog mit dem Hotel entlang laufen
Die Natur wird in das Gebäude gebracht, sie sind einfache Orientierung für ältere Menschen, ein wahres Gesundheitszentrum.
Die einfache Grundrissplanung gibt Orientierung für alte Menschen. Von diesen Stiegen kommt man ganz einfach nördlich und südlich aus dem Gebäude im Dialog mit dem Hotel. Die Stiegen sind in Richtung Hotel orientiert, die Bewohner werden wie von einem Revolverhelden zum Hotel gegenüber geschossen.
Es gibt in den oberen Geschossen keine Nordwohnung, die oberen Ostwohnungen haben einen weiten Landschaftsblick. Alle Wohnungen haben Loggien und Balkone, das erste Obergeschoss eignet sich besonders für betreutes Wohnen.
Die Erschließung mit Pkw zur Tiefgarage erfolgt über eine nordwestlich angelegte Eingangsrampe und vermeidet eine überflüssige Lärmbelastung der Wohnungen.
Im Süden entsteht durch die Auskragung eine sonnengeschützte Terrasse mit Wasserbereich.