Wohnbebauung kaiserberg in winseler

Das Projekt befindet sich an einem Südhang in den luxemburger Ardennen und besteht aus 8 isolierten Einfamilienhäusern, 2 Doppelhäusern mit 4 Wohneinheiten, 2 Reihenhäusern mit 6 Wohneinheiten und 6 Sozialwohnungen in einem Gebäude.

Idee und identität

Die Idee war nicht nur herauszufinden, was die regional marktüblichen Grundrisse sind, sondern die für diesen Ort stimmige Gestaltung zu finden, im zeitlichen Kontext und auf der Suche nach einer lokalen Bestimmung und Identität.

Das Grundstück,  praktisch ein Felsen mit einer 20-30 cm dicken Bodenschicht und Grasbewuchs, befindet sich am Rande der Ortschaft und fällt steil nach Süden ab. Macht man einen Spaziergang in der Gegend, so bekommt man einen Eindruck von den regionalen ländlichen  Gegebenheiten, der Architektur, dem Licht , dem Klima, der Vegetation.

Das felsige wurde die Metapher  für das Projekt. Entlang der Promenade zum Grundstück sieht man die Felsstrukturen und unmittelbar südlich am Hang liegen die Felsstrukturen des Grundstückes offen. Natürlich kann man keine felsigen Bauten entwerfen, es müssen ja bezahlbare und geförderte Wohneinheiten werden und trotzdem war es interessant  mit dieser Metapher zu arbeiten. Durch die Metapher  des Felsens bekommt die Wohnsiedlung  seine eigene Charakteristik  in Form von Dachformen, die das Spiegelbild des Bodens am Ort sind.

Die Idee der Konzeption ist, das Verborgene ( der Fels im Boden )  metaphorisch nach außen zu spiegeln in Form  von flachgeneigten Zinkdächern ,die zusammen beim Betrachten der ganzen Siedlung an die vorher betrachteten, geschichteten Felsenstrukturen erinnern.

Die Symmetrieachse der Spiegelung ist der Baukörper, nach unten das Übergangselement Gras und Boden zum Felsen, nach oben das Übergangselement Attika aus Holz ( in Analogie zum Gras und für die ländliche Identität) zur Schieferplatte, dem flachgeneigten Zinkdach.

Der „Landmarker“

architektur

Architektur

Um formal gute Proportionen zu entwickeln, besteht jedes Haus aus einem Pultdachbaukörper  und einem kleineren Flachdachbaukörper. Die Pultdachbaukörper bekommen wegen der besseren Integration und des ländlichen Massstabes einen Rücksprung im 3ten Obergeschoss, hier entstehen dann grosszügige Aussichtsterrassen.

Die Grundrisse entwickeln sich je nach Topografie und Orientierung des Grundstückes. Die Materialien und Farben richten sich nach den lokalen Gegebenheiten. Die Häuser variieren und dialogisieren untereinander, insgesamt bleibt die Siedlung homogen und als besonderer Ort erkennbar.

Das heimische Material Holz wird hier als Gestaltungsmittel eingesetzt. Die Fassadenöffnungen zeigen das Innere in der äusseren Form, eine alte Tradition der lokalen Bauernhäuser.

So entsteht eine zeitgemässe Stadtlandschaft im lokalen Kontext.

Innerhalb der Siedlung entstehen wiederum Bereiche mit eigener Identität ohne aber die Homogenität des ganzen in Gefahr zu bringen.

  • Lot 11 ist das Eingangsgebäude, bzw, der Landmarker und bestimmt den Eingangsbereich der Siedlung.Lot 12,13,14,15,16, und 11 dialogisieren untereinander.
  • Lot 17,18,19,20 bilden einen zusammenhängenden Bereich mit grundriss, die aus der situation heraus entwickelt wurden.
  • Lot2 ist eher ein Einzelhaus. Die nächsten Einheiten sind Lot 3/4/5 , Lot 6/7, wohingegen Lot 8/9/10 gestalterisch wieder differenziert werden kann.

Jedes Haus besteht aus einem Hauptbaukörper mit Wohnfunktion und flachgeneigtem Zinkdach als Metapher auf den Felsen und einem kleineren Anbau mit Flachdach für Erschliessung und Nebenräume.

Hauptbaukörper für Wohnfunktionen, Terrassen und Loggien nach Süden orientiert, flachgeneigtes Zinkdach

  • Anwendung von Holz
  • Öffnungen als Ausdruck des Inneren
  • Angedockter Eingangsbaukörper mit Eingang, Erschliessung und Nebenräumen, nordorientiert
  • Gründach, Flachdach
  • Farbputz nach Farbkonzept
  • Schmale Langfenster als Gegensatz zum Hauptbaukörper