Illrainhof Bludenz, Österreich
Bludenz, Klarenbrunnstraße 32. Dort befindet sich der Illrainhof, erbaut 1925. Als erste Arbeitersiedlung, im Volksmund wird der Illrainhof liebevoll « Spritzerbau » genannt.
Das besondere städtebauliche Konzept aus dem Jahre 1925 mit Blockrandbebauung und Wohnhof, die abwechslungsreiche Gebäudesilhouette, die einfache, reduzierte Massivbauweise und die Lage am Illrain geben diesem Ort eine besondere Atmosphäre.
Das Projekt will diese nüchterne und pragmatische architektonische Identität sowohl in ihren Gebäuden als auch in ihrer Umgebung weiter pflegen.
Die Ambition besteht darin, das „bereits Vorhandene“ durch einen nahtlosen Ansatz aufzuwerten, um die Charakteristik des Ortes, die Erinnerung, die Geschichte und die besondere Atmosphäre hier hervorzuheben. Respekt und Bescheidenheit leiten das Entwurfskonzept, um neue Lebens- und Wohnqualitäten anzubieten. Wo sich das Neue mit dem Alten verbindet und es bereichert, ohne es in Frage zu stellen. Ein echter Beitrag auch zur Bekämpfung der Zersiedelung der Landschaft.
Eine Architektur „zum Teilen“, die die Natur und die biologische Vielfalt einlädt, sich in allen öffentlichen, gemeinsam genutzten oder privaten Räumen großzügig niederzulassen.
Eine Insel der städtischen Frische, eine Ode an die Natur, eine Architektur, die sich die Evapotranspiration der Pflanzen zunutze macht, um ein natürliches Bioklima zu schaffen.
Gute Architektur zeigt mit einem Photo, wo man ist. Das ist der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Architektur. Hier weiß man, wo man ist. Das Glück entsteht durch den Stolz, irgendwo zu sein, durch die Wertschätzung dessen, was rundherum ist. Der jeweilige Kontext.
Das Dazugegebene ergibt mehr Wert, mehr Qualität. Das ist die primäre Nachhaltigkeit nebst dem Streben nach Nullenergielösungen.
Klimaschutz, Barrierefreiheit, Schichtarbeiterwohungen, die räumliche Integration der Blöcke S1 und S3, die Wiedererkennbarkeit als « Spritzerbau » mit einem erweiterten und zeitgemäßen Konzept sind besondere Ansprüche bei diesem Projekt.
Projekt
Ein wiedererkennbares Zuhause, kohlenstoffarm und grüner Wohnungsbau, ein Beispiel für eine biophile Stadt von morgen.
Das Projekt ist auf 70 Wohnungen ausgelegt. Nebst dem Erhalt der Charakteristik des « Spritzerbaus « spielt das Forcieren von sanfter Mobilität und Biodiversität eine zentrale Rolle.
Die Böcke S1 und S3 mit ihren 22 Wohnungen bleiben erhalten, in den 7 neuen Baublöcken entstehen 48 neue Wohungen nach dem gefordeten Wohungsschlüssel, inklusiv Schichtarbeiterwohungen. Das Erdgeschoss entlang der Kleinbrunnstraße ist zur Gänze für Gewerbe vorgesehen.
Die Tiefgarage ist zum Teil unter die vorderen Blöcke an der Kleinbrunnstraße geschoben, so daß großkörnige Leitbäume ohne Problem im zentralen Wohnhof gepflanzt werden können.
Alle Fahrräder sind auf Erdgeschosshöhe konzipiert und fördern zusammen mit den Wohngärten die Kommunikation zwischen den Bewohnern. Durch die Aufstockung der beiden Mittelgebäude mit den gedeckten Fahrradabstellplätzen wurde der ehemals geschlossene Hof aufgelockert und eine angenehme Querdurchlässigkeit für Wind und Sehachsen geschaffen.
Durch die Erweiterung der Blockrandbebauung sind neben dem Wohnhof neue Raumsituationen entstanden. Das Entree mit der räumlichen Einbeziehung des Bestandsbaus und der Kinderspielplatz. Geschützt im Wohnhof liegt der Kleinkinderspielplatz. Durch dieses Prinzip sind im Innern der Siedlung zusätzliche Flächen an den Gebäuden für horizontale und vertikale Dachgärten entstanden.
Die Flußpromenade, der Kinderspielplatz und das Entree sind die öffentlichen Bereiche des Projektes. Die Wohngärten mit ihren Gemüsebeeten, die Fahrradabstellplätze und die Wohnungseingänge bilden eine halböffentliche grüne Symbiose und fördern die Kommunikation zwischen den Bewohnern.
Durch die Suche nach Besonderheiten ist ein Spiel entstanden zwischen 9,25 m breiten, einfach verputzten Hauptbaukörpern und Metallkonstruktionen für vertikale Gärten. Sie geben dem Projekt einen zeitgemäßen Touch. Die 9,25 m stammen vom Gebäude S 1 , hier hat das Projekt am Bestand angedoggt. Kein Dachfirst der Neubauten ist höher als die einstigen Dachfirste des ehemaligen Spritzebaus von 1925. Der Einfachheit und Wirtschaftlichkeit halber sind die Wohnungen im Innern nicht durch Dachschrägen beeinträchtigt. Dadurch ist die Traufenhöhe verglichen mit dem Altbau erhöht worden, die Putzflächenproportion wurde durch ein oberes Fassadenholzband wieder vom alten Spritzerbau aufgenommen.
Die Aufnahme der ehemaligen Gebäudesilhouette, das einfache, vorhandene Prinzip der Lochfassaden ,die Materialität des Putzes und die räumliche und biophile Erweiterung lassen dem Bau seine Identität als « Spritzerbau « und geben ihm eine Wiedererkennbarkait in der heutigen Zeit.
Im Hinblick auf aktuelle Umweltschutzverordnungen verfolgt das Projekt unteranderem folgende Ziele im Umweltbereich :
Eine sparsame und kohlenstoffarme Materialität, eine sehr starke Reduzierung des Energieverbrauches, Integration der Regeln des Bioklimas (Sonnenverlauf, natürliche Belichtung, natürliche Belüftung, Vegetation, Regenwasserrückgewinnung und Grauwasserrecycling)
Eventuell Biomasse-Kesselraum; unterstützte natürliche Belüftung; Dächer, Balkone und große Terrassen mit durchdachter Vegetation; Mini-Wald im Boden im Herzen der Siedlung zur Rückhaltung von Regenwasser; Recycling von Grauwasser aus Bädern und Küchen zur Bewässerung von Pflanzen; Kompostierung von organischen Abfällen.
Eine massive Nutzung von Sonnenenergie.Photovoltaische Solarzellen auf den Dächern produzieren Strom. Eventuel urbane Permakultur, Garten der biologischen Vielfalt, eventuell Imker Bienenstöcke.
Ruhige, sanfte Mobilität: Gepflegte Fahrradräume im Erdgeschoss jedes Gebäudes und natürlich belüftete Tiefgaragenplätze.( Schächte )
Das Projekt hat als Ziel, ein neuartiges Ökosystem‘, das durch die Schaffung eines Viertels mit hoher Umweltqualität und geringem Kohlendioxidausstoß gelebt werden kann, das zum Teil seine eigene Energie produziert und seine eigenen Abfälle in Ressourcen umwandelt.
Bludenz, Klarenbrunnstraße 32. The Illrainhof, built in 1925 as the first workers‘ housing estate and affectionately known as the ’Spritzerbau".
The special urban planning concept from 1925 with perimeter block development and residential courtyard, the varied building silhouette, the simple, minimalist solid construction and the location on the Illrain give this place a special atmosphere.
The project aims to maintain this sober and pragmatic architectural identity both in its buildings and in their surroundings.
The ambition is to enhance what ‘already exists’ through a seamless approach in order to emphasise the characteristics of the site, the memory, the history and the special atmosphere here. Respect and modesty guide the design concept in order to offer new qualities of life and living. Where the new combines with the old and enriches it without calling it into question. A real contribution to combating urban sprawl.
An architecture ‘to share’ that invites nature and biodiversity to settle generously in all public, shared or private spaces.An island of urban freshness, an ode to nature, an architecture that utilises the evapotranspiration of plants to create a natural bioclimate.
Good architecture shows where you are with a photo. That's the difference between good and bad architecture. Here you know where you are. Happiness comes from the pride of being somewhere, from the appreciation of what is all around you. The respective context.
What is added gives more value, more quality. This is the primary sustainability alongside the pursuit of zero-energy solutions.
Climate protection, accessibility, shift workers' apartments, the spatial integration of blocks S1 and S3, recognisability as a “Spritzerbau” with an extended and contemporary concept are special requirements for this project.
Project
A recognisable home, low-carbon and green housing, an example of a biophilic city of tomorrow.
The project is designed for 70 flats. In addition to preserving the characteristics of the ‘Spritzerbau’, the promotion of soft mobility and biodiversity plays a central role.
Blocks S1 and S3 with their 22 flats will be retained, while 48 new apartments will be built in the 7 new blocks in accordance with the required housing key, including apartments for shift workers. The ground floor along Kleinbrunnstrasse is intended entirely for commercial use.
The underground car park has been partially pushed under the front blocks on Kleinbrunnstrasse, so that large-grained trees can be planted in the central residential courtyard without any problems.
All bicycles are designed at ground floor level and, together with the residential gardens, encourage communication between the residents. By adding storeys to the two central buildings with the covered bicycle parking spaces, the previously closed courtyard was loosened up and a pleasant cross-permeability for wind and visual axes was created.
The extension of the perimeter block development has created new spatial situations next to the residential courtyard. The entrance with the spatial integration of the existing building and the children's playground. The children's playground is sheltered in the courtyard. This principle has created additional areas on the buildings for horizontal and vertical roof gardens inside the estate.
The river promenade, the children's playground and the entrance are the public areas of the project. The residential gardens with their vegetable patches, the bicycle parking spaces and the flat entrances form a semi-public green symbiosis and promote communication between the residents.
The search for special features has resulted in an interplay between 9.25 m wide, simply plastered main structures and metal constructions for vertical gardens. They give the project a contemporary touch. The 9.25 metres come from building S 1, where the project was based on the existing building. None of the roof ridges of the new buildings are higher than the former roof ridges of the former „Spritzerhaus“ from 1925. For the sake of simplicity and economy, the flats inside are not affected by sloping roofs. As a result, the height of the eaves has been increased compared to the old building, and the proportion of the rendered surfaces has been taken up again from the old „Spritzerhaus“ by means of an upper wooden façade band.
The inclusion of the former building silhouette, the simple, existing principle of perforated façades, the materiality of the plaster and the spatial and biophilic extension give the building its identity as the ‘Spritzerbau’ and make it recognisable today.
With regard to current environmental protection regulations, the project pursues the following environmental objectives, among others:
An economical and low-carbon materiality, a very strong reduction in energy consumption, integration of the rules of the bioclimate (sun exposure, natural lighting, natural ventilation, vegetation, rainwater recovery and grey water recycling, ……).
Possible biomass boiler room; assisted natural ventilation; roofs, balconies and large terraces with thoughtful vegetation; mini-forest in the ground at the heart of the development to retain rainwater; recycling of grey water from bathrooms and kitchens to water plants; composting of organic waste.
A massive use of solar energy: photovoltaic solar cells on the roofs produce electricity. Possibly urban permaculture, biodiversity garden, possibly beekeeping hives.
Quiet, soft mobility: well-maintained bicycle rooms on the ground floor of each building and naturally ventilated underground car parks (shafts).
The project aims to create a new type of ‘ecosystem’ that can be lived in by creating a neighbourhood with high environmental quality and low carbon dioxide emissions, which partly produces its own energy and converts its own waste into resources of the living space.